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Wie die Digitalisierung von Unternehmenskulturen gelingen kann

29.10.2018 | Kommentare
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„Culture eats strategy for breakfast“ – das bekannte Zitat des Ökonomen und Management-Pioniers Peter Drucker beschreibt die Bedeutung der Unternehmenskultur: Sie bildet die Basis aller Vorgänge eines jeden Unternehmens. Zwar wird die Bedeutung von Technik und Digitalisierung immer stärker, jedoch kommunizieren hinter Laptops und Smartphones immer noch Menschen mit Visionen, Emotionen, Werten und Zielen miteinander. Mit dem Voranschreiten der Digitalisierung verändert sich auch die Kultur eines Unternehmens stetig. Daher widmen wir uns in diesem Artikel der Frage, was die Digitalisierung in der Unternehmenskultur bedeutet, wann sie scheitert und wie sie gelingen kann.

 

Welche bedeutet hat die Digitalisierung für die Unternehmenskultur?

In Kulturen werden gemeinsame Muster des Denkens, Fühlens und Handelns sowie die sie vermittelnden Normen, Werte und Symbole innerhalb einer Organisation geteilt. Für die Entfaltung dieser Komponenten braucht es auch in Unternehmen die passende Kultur. Unternehmenskulturen beschreiben, wie alle Interaktionen des täglichen Miteinanders im Unternehmen laufen. Die Eigenschaften der Kulturen haben eine tiefgreifende Bedeutung für Strategie- und Veränderungsprozesse. Durch die in den nördlichen Kulturkreisen stark geprägte Sachorientierung, können zwischenmenschliche Aspekte leicht vernachlässigt werden. Daher sehen wir oft, wie strategische Projekte in der Praxis scheitern, weil die kulturellen Rahmenbedingungen nicht passen oder die kulturelle Veränderung nicht berücksichtigt wird.

 

Die Mitarbeiter sind das Herzstück eines jeden Unternehmens: Wenn Unternehmen ihre Angestellten einbinden, weiterbilden und inspirieren, wird die interne Zusammenarbeit gefördert. Wie miteinander gearbeitet wird, zeigt die tatsächliche Kultur eines Unternehmens. Das sogenannte Cultural fit kann ein Unternehmen erfolgreicher machen. Natürlich hilft eine positive Unternehmenskultur den Mitarbeitern, sich mit ihrer Arbeit besser zu identifizieren. Sie macht die interne Kommunikation effizienter und Konfliktpunkte einfacher identifizierbar.

 

Wer kulturelle Werte in seinem Unternehmen lebt sowie die Vielfalt an unterschiedlichem fachlichen Know-how zu schätzen und zu vereinen weiß, kann sich von der Konkurrenz abgrenzen. Verschiedene Ansätze, auch zwischen Tradition und Innovation, können sich in Projekten gut ergänzen. Für viele Unternehmen besteht die Herausforderung derzeit genau darin, kulturelle und strukturelle Aspekte so anzupassen, dass eine Bereitschaft zur Veränderung entsteht, damit effiziente digitale Innovationen erfolgreich umgesetzt werden können.

 

Viele Unternehmen sind noch in ihrer traditionellen Organisationsstruktur verhaftet und weit entfernt von einer für die Digitalisierung notwendigen agilen und horizontalen Projektkultur. Für die gelungene Umsetzung digitaler Strategien und Methoden muss jedoch die Unternehmenskultur zeitgemäß entwickelt sein. Jedes Unternehmen sollte individuell entscheiden, inwiefern die interne Arbeit vereinfacht, die Kommunikation mit den Kunden erleichtert und die Unternehmenskultur durch den Einsatz digitaler Innovationen gestärkt werden kann.

 

Warum scheitert die Digitalisierung der Unternehmenskultur oftmals?

In einer Studie der Capgemini aus dem Jahr 2017, wurden Zusammenarbeit, Innovation, offene Kultur, Digital-First-Vorgehen, Agilität und Flexibilität sowie Kundenzentrierung von 340 Unternehmen weltweit untersucht.

 

Studie Capgemini

Von den befragten deutschen Unternehmen sehen fast dreiviertel die Unternehmenskultur als eine der größten Hürden auf dem Weg zur Digitalisierung ihres Unternehmens. Angegebene Gründe für das Scheitern sind: die Unfähigkeit von Führungskräften, eine klare Vision zu vermitteln, das Fehlen von beispielhaften Mitarbeitern sowie die fehlende Kennziffer von Zielen einer digitalen Transformation.

 

Studie Capgemini

 

Die Studie ergab außerdem, dass sich Führungskräfte und Mitarbeiter aus Unternehmen in Großbritannien, Schweden und den USA größtenteils einig sind, kulturelle Vordenker der Digitalisierung zu sein. In Deutschland hingegen sind nur 20 Prozent der befragten Führungskräfte der Unternehmen von ihrer Umsetzung der digitalen Kultur überzeugt – von ihren Mitarbeitern schließlich null Prozent. Die Zahlen zeigen, dass fehlende Visionen, Strategien und taktische Umsetzungen der Führungsebene die Mitarbeiter nicht glauben lässt, dass ihre Unternehmenskultur digital sei. Dieses Ergebnis wird nicht für eine positive Unternehmenskultur sorgen, insofern der digitale Wandel angestrebt wird.

 

Anhand der Studie wird deutlich, dass die Umsetzung der Digitalisierung tatsächlich mehr ein Wandel der Kultur in den Köpfen der Mitarbeiter ist, als eine Technikfrage. Auch in der Praxis sehen wir, dass diese Art Kultur eine angestrebte Digitalisierung im Unternehmen hemmt und teilweise untergräbt.

 

Wie kann der digitale Wandel in der Unternehmenskultur gelingen?

Umfrage Bitcom

 

In einer Umfrage der Bitkom stimmen 2015 bereits 79 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass die Digitalisierung mehr Chancen als Risiken birgt. Dreiviertel sind überzeugt, dass die Digitalisierung auch eine neue Unternehmenskultur erfordert. Sie bietet schließlich die Basis und entscheidet, welche Unternehmen erfolgreich in der digitalen Transformation sind. Unternehmen sehen demnach die Möglichkeiten der Digitalisierung und sind sich über die erforderlichen Veränderungen in der Unternehmenskultur bewusst. Es scheitert jedoch bei vielen daran, den digitalen Wandel mit Beachtung der Unternehmenskultur zu implementieren.

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die den Veränderungsprozess des digitalen Wandels in der Unternehmenskultur unterstützen können:

 

Zunächst sollte die Kulturentwicklung als Wechselbeziehung aus Kultur, Struktur und digitaler Strategie verstanden werden. Diese Aspekte sollten nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Aus diesen Wechselwirkungen entstehen schließlich neue Werte und Ziele.

 

 Wer die Chancen der Digitalisierung nutzen will, sollte sich bewusst machen, dass der Kulturwandel immer ein Prozess in kleinen Schritten ist. Verschiedene Maßnahmen können getestet und schnell beendet werden, wenn sie nicht funktionieren, ohne dass der gesamte Kulturprozess gefährdet wird.

 

• Wenn die Mitarbeiter den Sinn und Zweck der Veränderungsmaßnahmen sehen, kann sich die Unternehmenskultur positiv entwickeln. Dafür braucht es Führungskräfte, die täglich die wichtige Orientierung geben – es benötigt Gefühl, eine Veränderungssituation zu führen.

 

Nur wenn die Veränderungen von der obersten Führungsebene eines Unternehmens selbst gelebt und vorangebracht werden, kann die Digitalisierung der Unternehmenskultur erfolgsversprechend sein. Jedes Unternehmen muss seine eigene Digitalisierungsstrategie finden. Dabei sollte es sich darüber bewusst sein, dass Veränderungen auf dem Bewerbermarkt, im Kundenverhalten, im Wettbewerbsumfeld sowie bei technischen Entwicklungen schnelle Anpassungen erfordern. Ist die Kultur eines Unternehmens dafür bereit, bietet die digitale Transformation an diesen ‚Knackpunkten‘ immer mehr Hilfe als Risiken durch Tools und neue Strategien. Wenn eine Unternehmenskultur es ermöglicht, kann das positive digitale Mindset die Mitarbeiter erobern: Letztendlich bestimmten Menschen die Visionen, Werte, Ziele und schließlich auch die Strategie eines Unternehmens.

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