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Ist Digitalisierung = Mobilisierung?
Eine Diskussion zu mobilen Trends & Blick in die Zukunft.

17.05.2016 | Kommentare
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Mobile First bestimmt viele Schlagzeilen. Neben der digitalen Revolution etabliert sich nahezu parallel das Buzzword der mobilen Revolution. Es scheint, als ob die Digitalisierung ohne die mobile Welle nicht möglich sei. Erfolg in der digitalen Welt kann schließlich nur der haben, der alles auch für mobile Endgeräte optimiert. Doch stimmt das? In diesem Artikel wird die Mobilisierung „enttarnt“, analysiert und mit einem Blick in die Zukunft relativiert.



Mobile First – Wahl oder Zwang zur Mobilisierung?


Ein Blick auf aktuelle Studien offenbart – ja die mobile Optimierung spielt eine bedeutende Rolle in der digitalen Welt. 37 Prozent des aktuellen Internet-Traffics werden bereits jetzt laut einer Crisp-Studie über mobile Endgeräte verursacht. Prognosen sagen in den nächsten 10 Jahren einen Anstieg auf 60 % voraus. Mobile wird demnach nicht nur eine Begleiterscheinung oder kurzzeitige Mode – es ist ein Lifestyle. Im B2C ist der Trend auch längst schon monetär zu spüren. Fast 25 % des Umsatzes werden aktuell über mobile Endgeräte generiert – Tendenz stark steigend. Wichtig zu verstehen ist dabei, dass Kunden vor allem aus Bequemlichkeit online shoppen – wer da dank nicht mobil optimierter Shops seine Kunden zum mühseligen Scrollen und Zoomen zwingt, verliert sie schnell an die Konkurrenz.


Noch problematischer ist es, dass Google mittlerweile Onlineshops abstraft, die nicht mobil optimiert sind (mehr zum Thema im Artikel: Mobile Web-Experience oder Mobilegeddon in Deutschland?! – Ergebnisse und Rückschlüsse der aktuellen Studie von Crisp Resarch vom 19.10.2015). Ein schlechtes Ranking führt unweigerlich zu weniger Kunden – und damit zu echten Verlusten. Unternehmen, die sich BEWUSST gegen den Trend der Mobilisierung entscheiden, sind damit vor enorme Hürden gestellt.


Im B2B ist ein ähnlicher Trend auszumachen – auch wenn dieser noch in den „Kinderschuhen“ steckt. Das ist auch nur logisch. Der Trend zur Bequemlichkeit ist nicht wirklich businessabhängig – vielmehr ist er ein Spiegel der Gesellschaft.

Darf es auch Mobile Only sein?

Eine mobile Strategie und die mobile Optimierung sind in Anbetracht der Übermacht von Google und den Zahlen fast unumgänglich. Spannender ist die Frage, ob die ersten Ideen zum Konzept Mobile Only eine Zukunft haben oder zu weit gehen?


Mobile Only beschreibt dabei eine Strategie, bei dem Unternehmen den Fokus ausschließlich auf mobile Endgeräte legen. Getreu dem Motto „Standcomputer und Laptop sterben ohnehin aus“ werden keine finanzielle Mittel mehr für die klassische Browser-Ansicht ausgegeben, sondern ausschließlich über Apps und mobil optimierte Seiten der Kundenkontakt hergestellt. Dieser Ansatz ist mutig – wenn nicht gar tollkühn. Denn auch wenn der Trend immer mehr Richtung mobiler Endgeräte geht, werden aktuell ¾ aller Umsätze immer noch „klassisch“ ohne mobile Endgeräte generiert.


Als kurzes Zwischenfazit steht fest: Ohne eine mobile Strategie geht es im B2C nicht mehr – und in absehbarer Zeit auch im B2B kaum noch. Denn auch abseits vom E-Commerce-Bereich ist das Thema Mobility von wachsender Bedeutung. Der Einsatz mobile Endgeräte bekommt vor dem Hintergrund der Industrie 4.0 eine besondere Bedeutung. Schon heute erleichtern sie viele Prozesse in der Logistik oder Fertigung – und liefern dabei in Echtzeit wichtige Daten zur weiteren Optimierung. Mobility ist daher nicht nur ein reines E-Commerce-Thema, sondern auch im produzierenden Gewerbe, in der Logistik und weiteren Branchen heute schon fast unverzichtbar

Was bringt die Zukunft – ein Blick in die digitale Welt in 10 Jahren.

Zunächst ist es wichtig, für klare Begrifflichkeiten zu sorgen. Was bedeutet „Mobility“? Mobil sein bedeutet letztlich, dass man nicht an einen Standort gebunden ist und sich frei bewegen kann. Das ist mit einem Stand-PC nicht möglich, mit einem Laptop aufgrund der Größe nur eingeschränkt. Der folgende Abschnitt betrachtet weniger die mobile Optimierung von Websites oder Shops, sondern vielmehr das gesamte digitale Leben. Welche Bedeutung kommt dem mobilen Element im Zuge der Digitalisierung da noch zu?

Die Devices sind nicht zwingend mobil – dafür aber miteinander vernetzt!


Ein gewagter Blick in die Welt von Morgen zeigt, dass Digitalisierung unseren Alltag nicht nur begleitet, sondern vermehrt bestimmt und aktiv unterstützt. Doch muss alles mobil sein? Nein! Vielmehr werden wir mit Alltagsgegenständen interagieren – und diese werden nicht mobil sein. Die Heizung, die Dusche oder der Spiegel bleiben an Ort und Stelle, und werden dennoch Services übernehmen, die wir aktuell nur unserem Smartphone oder Tablet zutrauen. Das Buzzword der Zukunft ist nicht Mobilisierung, sondern Vernetzung!Vision2020
Es wird zukünftig weniger auf die Hardware-Eigenschaften der Smartphones ankommen, vielmehr sind die Smartphones reine Displays – die wahre „Intelligenz“ sitzt in den großen Rechenzentren, die mit enormer Geschwindigkeit Daten verarbeiten und wieder an die Devices zurücksenden.


Das alles klingt noch sehr nach Science-Fiction. Doch schon heute speichern die Internetgiganten von Google, Apple & Co. massenhaft Daten über ihre Nutzer, um mit diesen individualisiert kommunizieren zu können. Der notwendige nächste Schritt ist die Vereinigung der gesammelten Daten. Führt das zum gläsernen Menschen? Absolut! Letztlich wird es zu einer Abwägung zwischen dem deutlich höheren Service sowie Komfort gegen die Datenschutzbedürfnisse kommen.

Ein Fazit – die mobile Zukunft

Die digitalisierte Welt von Morgen ist mobil. Allerdings ist mobil nicht mit dem heutigen Verständnis gleichzusetzen. Mobil sein heißt weniger, mit dem Smartphone oder Tablet überall Informationen zu bekommen. Vielmehr werden wir mobil unterwegs sein und dabei mit ganz verschiedenen Geräten individualisiert kommunizieren. Diese Geräte werden wissen, wo wir sind, was wir vorhaben und wie wir uns entscheiden werden.


Was bedeutet all diese Prognosen für Unternehmen? Seid gewappnet! Das Verständnis von Mobilität wird sich in den nächsten Jahren ändern. Die jetzt noch herausragende Bedeutung des Smartphones wird ihren Zenit bald überschreiten. Dann gilt es für Unternehmen die passenden Antworten zu haben.


Wer dann noch seine digitalen Angebote rein über Smartphone und Tablet verbreitet, wird schnell überholt. Innovative Unternehmen entwickeln intelligente Geräte und Konzepte, die in der Lage sind, mit dem Besitzer zu kommunizieren, ihm zu helfen und Entscheidungen abzunehmen.

Ich danke Michael Lehman ausdrücklich für den hilfreichen Input zum Thema. Speziell für den Blick in die Zukunft zeigte er viele Trends und Prognosen, die in diesem Artikel aufgezeigt wurden.

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