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Interview – „Mobile Business ist bei den Unternehmen noch nicht angekommen“

27.06.2012 | Kommentare
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T-Systems und die Universität St. Gallen untersuchen den Einsatz mobiler Lösungen im deutschsprachigen Raum

Ob Smartphones in der Containerlogistik am Hafen, iPads zur Produktpräsentation im Vertrieb oder mobile Apps zum Buchen von Konferenzräumen – sogenannte Mobile Business Solutions (MBS) kommen mittlerweile in fast jeder Branche zum Einsatz. Die T-Systems-Tochter Multimedia Solutions hat dazu erstmals in einer breit angelegten Studie Managementansätze, Technologien sowie Erfolgsfaktoren untersucht. Zusammen mit der Universität St. Gallen befragte das Unternehmen Verantwortliche von börsennotierten Unternehmen aller Branchen.

82 Prozent der Befragten sehen in Apps einen effizienzsteigernden Faktor ihres Arbeitsalltags. Dabei kommt den Firmen das starke Engagement ihrer Mitarbeiter zugute, denn sie profitieren von deren Kenntnissen bei Apps und mobilen Endgeräten. Vorreiter im Bereich mobiler Lösungen sind laut Studie Unternehmen der Finanzbranche. Banken und Versicherungen stellen Beratern zunehmend Tablet-Lösungen zur Verfügung, um den Beratungsprozess zu unterstützen.

Die Studie kommt allerdings auch zu dem Ergebnis, dass eine App allein noch kein Erfolgsgarant ist. Nur wenn sich die mobile Lösung in die bestehende IT wie aus einem Guss einfügt, findet sie Akzeptanz bei den Nutzern und führt auch zu mehr Effizienz bei der Arbeit. Ohne diesen systematischen Ansatz sind mobile Lösungen von vornherein zum Scheitern verurteilt und dieser fehlt noch bei sehr vielen Unternehmen.

Weitere Key-Facts der Studie und eine Leseprobe findet man unter http://www.business-goes-mobile.de/.

Interview mit 6 Fragen zur Studie Mobile Business Solutions “Best Practices, Barrieren und Chancen von Enterprise Mobility im deutschsprachigen Raum.”
Kanal-Egal Blogger Marcus Meixner nahm die Studie zum Anlass und fragte bei Steffen Heym, Creative Director bei T-System Multimedia Solutions sowie Mitinitiator der Studie, einmal genauer nach.

1. Was war der Anlass für die Studie?
Mobile ist im Privaten wie im Beruflichen allgegenwärtig.
Das fängt morgens an: „Die meisten Menschen nehmen morgens als Erstes ihr mobiles Endgerät in die Hand bevor sie ihren Partner berühren”. Ich finde leider nicht mehr das Originalzitat und die Quelle, aber wir und die Leser wissen, dass es stimmt. Beginnend mit der „Weck-App & Schlafrhythmus“, geht es weiter mit E-Mails & News zum Kaffee und Tickets für die Bahn etc. Spannend wird die Sache, wenn „Mobile“ auch im geschäftlichen Umfeld genutzt wird. Anlass zur Studie war für T-Systems Multimedia Solutions, die Erfolgsfaktoren für erfolgreiche Mobile Business Lösungen besser zu verstehen und auf das Geschäft unserer Kunden zu transferieren. Die Studie bietet beides: den gesamtheitlichen Einstieg in das Thema „Mobile Business“ und Komplettierung von Expertenwissen.

2. Der Einsatz von mobilen Endgeräten z.B. in Handel und Logistik ist nichts Neues. Warum gab es bis jetzt kaum wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema?
Stimmt! Es gibt ca. 20 Studien im deutschsprachigen Raum, die aber leider nur selektiv auf Technologien oder Business Szenarien abzielen. Zusammen mit unserem Wissenschaftspartner der Uni St. Gallen ging es uns darum, dass komplette Mobile-Ecosystem und den Status Quo im deutschsprachigen Raum darzustellen: bei den gezeigten Lösungen gibt es vielfältiges Ineinandergreifen von Strategien, Prozessen und Technologien. In der Studie veranschaulichen 20 Fallstudien eindrucksvoll, wie konsequente Business-Transformation und offenes Führungsverhalten zum Erfolg führen.

3. Das Thema Datensicherheit ist in Unternehmen und im B2B zentral. Passt das zusammen mit mobilen Betriebssystemen wie iOS, Android und Co.?
Bei den befragten Großunternehmen ist die Datensicherheit – vor allem bei Kundendaten – von zentraler Bedeutung. Die notwendigen Technologien sind erprobt und im Einsatz – z.B. im Banking. Bei keinem Beispiel wurde der Leistungsumfang wegen Datensicherheit limitiert – sondern im Rahmen der vorhandenen Policy realisiert.

4. Gibt es einen Zusammenhang zwischen MBS und Mobile Commerce sowie Multi-Channel Konzepten?

Immer mehr Unternehmen realisieren nicht mehr einfach nur alleinstehende, mobile Projekte sondern etablieren eine ganzheitliche mobile Strategie – auch wenn dies ein sehr kleiner Teil ist. Dabei spielt natürlich die sinnvolle Ergänzung der Absatz- sowie auch der Kommunikationskanäle eine wichtige Rolle. Wir sprechen immer mehr von Prosumenten anstatt von Konsumenten. Der Prosument entscheidet wann, wo und wie er Waren und Dienstleistungen einkauft, bzw. Inhalte konsumieren möchte. Dies geschieht unabhängig von Ort, Raum und Zeit. Daher ist ein Zusammenhang zwischen eCommerce, mCommerce und dem klassischen Verkauf am Point of Sale (und die damit verbundene Kommunikation) unumgänglich, wenn wir von mobilen Strategien im Bereich MBS sprechen und von Unternehmen die erfolgsorientiert agieren.
“If you don’t have a mobile strategy, you don’t have a future strategy.”

5. Gibt es bestimmte Branchen oder Unternehmen die Trends setzen bzw. Vorreiter in der Nutzung sind?
Unternehmen in den Bereichen Logistik und Montage setzen mobile Lösungen teilweise seit zehn Jahren erfolgreich ein. Ohne diese Lösungen sind manche Geschäftsmodelle schlicht nicht umsetzbar. Sehr stark gehen Banken und Versicherungen das Thema an, zum Teil mit siebenstelligen Budgets. Manche schätzen auch einfach nur die hippen Endgeräte und fordern von der IT die passenden Lösungen. Von einem Hype zu sprechen ist übrigens fehl am Platz – es ist für viele Unternehmen ein handfestes „Must“.

6. Welche Erkenntnis hat euch am meisten überrascht?
Mobile Business ist bei den Unternehmen noch nicht angekommen, es gibt keine strategische Entwicklung oder „Mobile-Beauftragte“. Es ist wie vor zehn Jahren im Internet: nur „Repräsentanz“, mit geringer Integration bestehender Lösungen. Auf Seiten der Systemanbieter wird Mobile Business übrigens sehr stark gepusht – die Marschrichtung vieler CIOs heißt: Mobile First.

 

 

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