(No Ratings Yet)
Loading...

In Luxemburg verdienen Apple und Amazon richtig gut

28.05.2012 | Kommentare
0

Was hierzulande undenkbar ist, ist in Luxemburg Wahrheit. Lediglich drei Prozent an Umsatzsteuer müssen dort die Unternehmen für E-Books abführen. Somit winkt für Unternehmen wie Apple und Amazon beim Verkauf der digitalen Bücher das große Geld. Staat und Verlage ziehen daraus ihren Profit, die EU-Kommission hält den niedrigen Wert der Abgabe aber für unzulässig.

Beim Onlinekauf eines E-Books in Deutschland über Apple oder Amazon könnte es dem einen oder anderen schon aufgefallen sein. Beim Kaufabwicklungsprozess sind stets Unternehmen aus Luxemburg auf der Bestellbestätigung  zu entdecken, die beim Verkauf als Geschäftspartner der beiden Unternehmen wirken. Während bei Apple immerhin noch eine Rechnung ausgestellt wird (allerdings ohne Mehrwertsteuer), verzichtet Amazon gleich ganz auf diese. Zusätzlich ist bei beiden Unternehmen in den Nutzungsbedingungen eine Zeile enthalten, die den Konsumenten das Lesen „nur für private und nicht-gewerbliche Zwecke“ erlaubt.

Aufgrund dieser Steueroptimierungen bezahlen die beiden Großunternehmen für die E-Book Verkäufe den geringen Betrag von 3% Mehrwertsteuer. Für elektronische Bücher liegt der Mehrwertsteuersatz in Deutschland bei 19, in der EU durchschnittlich bei 20%. Legal ist diese Aktion, weil rechtlich gesehen ein luxemburgisches Unternehmen für deutschsprachige E-Books von deutschen Verlagen an deutsche Privatpersonen den in Luxemburg geltenden Mehrwertsteuersatz zahlt. Anders wäre dies beim Verkauf an Geschäftskunden, bei denen der Mehrwertsteuersatz verlangt werden muss, in dem der Geschäftskunde sitzt.

Die Endverkaufspreise für die elektronischen Bücher sind aufgrund der Buchpreisbindung dieselben. Die Händler dürfen deutschsprachige Bücher in elektronischer Version an Endkunden nur zu dem Preis verkaufen, den der Verlag festgesetzt hat – auch beim Verkauf aus Luxemburg. Daraus resultiert, dass Apple und Amazon beim Verkauf eines E-Books derartig hohe Margen erzielen, dass sie einen richtig hohen Betrag pro verkauftes Buch verdienen.

Dieser „Trick“ funktioniert allerdings nur noch bis 2014, danach bezahlt das Unternehmen die Mehrwertsteuer des Landes, wo der Privatkäufer ansässig ist.

Fraglich ist die Richtigkeit dieser Umsatzsteuersenkung, denn EU-Staaten dürfen nur bestimmt Waren und Dienstleistungen rabattieren, die in den Richtlinien für Mehrwertsteuer enthalten sind. Hier steht geschrieben: „Lieferung von Büchern“. E-Books sind hier nicht gelistet, das heißt es müsste rechtlich gesehen eigentlich keine Mehrwertsteuersenkung geben. Über dieses Thema muss aufgrund der rechtlichen Grauzone diskutiert werden. Ob letztendlich entschieden wird, ob es sich hier um eine Vertragsverletzung handelt muss abgewartet werden. Klar ist jedenfalls, dass die Steuervorteile im Jahr 2015 definitiv wegfallen.

(No Ratings Yet)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.