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Fabplace.de – Interaktive Wertschöpfung mit 3D-Druck: Ein Industrie 4.0 Kochrezept

10.12.2013 | Kommentare
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In der Industrie 4.0 Bewegung stehen Visionen wie vollständige Digitalisierung, wandlungsfähige Fabriken, intelligente Produkte sowie damit verbundene neuartige Geschäftsmodelle im Fokus.
Damit einher geht das Versprechen höherer Effizienz und Flexibilität. Zudem verspricht sich die Industrie ein viel stärkeres Maß an Sicherheit und Investitionsschutz, schnelleres Agieren auf Wettbewerbsveränderungen, schnelleres Innovieren und mehr Nachhaltigkeit.
Es geht um Kundenintegration, der Befähigung von Konsumenten zu (mit-)produzierenden Konsumenten, die durch Teilhabe an Produkten und Marken auch zufriedenere und treuere Kunden werden. Mit dieser Teilhabe kann jeder Kunde seine Produktwünsche individuell realisieren: Statt Produktindividualierung sprechen wir heute aber eher von Unikatisierung.
Mit Indstrie 4.0 ist allerdings auch der Widerspruch aufzulösen, wie sich Unikate zu gleichbleibenden oder idelaerweise sinkenden Produktionspreisen produzieren lassen. Dazu ist der gesamte Lebenszyklus von Produkten neu zu denken und aufzubauen. Das mittlerweile technologisch und sozial die Bedingungen dafür vorhanden sind, soll am Praxisbeispiel von Fabplace – einer Mass Customising Infrastruktur, kurz skizziert werden in Form eines Kochrezepts.


Ein neues Rezept
Weihnachten steht vor der Tür. Und William steht – wie jedes Jahr – vor der Frage: Was soll ich nur meinen Lieben schenken? Etwas kaufen? Das ist zu unpersönlich, zu billig oder überteuert und irgendwie nicht nachhaltig genug. Findet man etwas, fehlt immer das eine oder andere, Produkte sind zunehmend 80%-Lösungen, ein steter Kompromiss. Und dann dieser Stress in den überfüllten Einkaufsmeilen – aber online bekommt man weder Inspiration noch den sinnlichen Eindruck von Produkten.
Mal wieder etwas selber machen? Das wäre ideal, aber ach, es wird doch wieder zu dilletantisch. Und überhaupt: Dazu braucht man auch wieder eine gute Idee? Etwas Persönliches oder gern auch Personalisiertes – das wäre klasse.
William greift zum Tablet und sucht online. Und er wird fünfig: Fabplace.de – Handyschalen selbst gestalten. Das ist es! Ein scheinbar sicheres Rezept zum Bau einer eigenen Handyschale.


Das Kochteam
Was für William einfach daherkommt, hat einen langen Entwicklungsweg mit einem interdisziplinären Partnernetzwerk hinter sich, das perfekt zusammenspielen muss, um ihm eine ansprechendes Konfigurations- und Einkaufserlebnis zu ermöglichen.
Dazu nehme man einen mittelständischen Produzenten, speziell einen Prototypen- und Kleinserienbauer, der schon seit längerem das Potential genereativer Fertigungsverfahren (gemeinhin 3D-Druck genannt) einsetzt und im Bauraum seiner Maschinen noch immer zu viel Platz hat, seine Auslastung also noch höher treiben möchte.


Fabplace Dec 2013


(Mit generativen Verfahren ist die Industrie dem Ideal einer vollflexiblen Produktionsmaschine schon sehr nah. Mit Stereolithografie, selektivem Laserschmelzen, Lasersintern, FDM und anderen sind Wechsel von Werkzeugen nicht mehr notwendig, die Rüstzeit kann minimiert werden. Mithin sind Formen möglich, die in Fertigungsverfahren undenkbar sind.)


Man nehme weiterhin einen Dienstleister, speziell für Software für Additives Manufacturing. Im Falle Fabplace ist das u.a. die Datenautomatisierung und entsprechende Prozessierung konfigurierbarer digitaler Produktmodelle.
Man nehme weiterhin einen Designer, der in sich ergonomischen und ästhetischen Esprit sowie die Anforderungen an produktionsnahe, variantenreiche CAD-Modellerstellung vereint.
Man nehme des Weiteren einen E-Commerce-Dienstleister, der bereits mit Produktkonfigurationen und idealerweise Web3D-Datenprozessierung vertraut ist. Und für den der Blick auf den Endnutzer vertrautes Terrain ist (User Centred Design): Schliesslich muss ingenieurstechnische Finesse in kinderleichte Bedienung übersetzt werden, um Nutzern Produktunikatisierung ohne technisches Vorwissen zu ermöglichen.
Natürlich fehlt der Chefkoch, der bereit und fähig ist, ein neues Rezept auszuprobieren und der auf die Kompetenz seiner Spezialisten vertraut und in der Orchestierung unterschiedlichster Disziplinen und Gewerke ein Meister ist. Und für den das Rezept ein Anfang für eine ganz neue Küche ist.


Das Gericht
Entstanden ist in der nunmehr dritten Innovationsphase eine E-Commerce-Lösung, die mit personalisierbaren Handyschalen die Themen interaktive Wertschöpfung, Mass Customising, digitale und fast automatische Prozessketten (vom Design mit Variantenkonfiguration inkl. Fertigungsplanung, über den Verkauf, die Produktion und das Finishing, die Verpackung und Auslieferung bei Erhalt) sowie den Schutz von Kundendaten und Produktionsdateien auflisten kann. Dazu ist ein 3D-Editor entstanden, der es Kunden erleichtert, sich vorzustellen, wie ihr erst noch entstehendes Produkt (also nichts von der Stange) später einmal aussehen wird. Dazu wird ein JobSystem gereicht, dass es ermöglicht, neue, andersartige Produkte über dasselbe System anzubieten. Damit es weiteren Kunden oder Marken möglich wird, völlig eigene Unikatprodukte anzubieten, sind der Editor und sein JobSystem durch andere Shops ansteuerbar bzw. sogar integrierbar.
Prosumenten (also Kunden, die gleichzeitig Produzenten sind) können echte Produkte leicht mitgestalten, ohne in die Falle der Nichtbarkeit zu rutschen oder eine Experten-Skillset zu besitzen.
Weitere „Fabber“ können sich andocken, wenn sie bereit sind, die Kochanleitungen für Produktvarianten auszuprobieren (API).


Guten Appetit wünscht Ihr Innovation Developer und Mass-Customising-Experte Frank Lamack

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