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eCommerce on Air? Ein Reisebericht – oder wie eCommerce und persönliches Marketing auf Reisen funktioniert.

21.07.2014 | Kommentare
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Passenger Journey
Da stand ich nun am Portland International Airport. Hinter mir lagen zwei Wochen mit alten Freunden, Treffen in Cafés und Wanderungen zum Mt. Hood und ein Trip nach Seattle. Nach einer Abschiedsfeier am gestrigen Abend war der Morgen deutlich kürzer geworden als erhofft. Als ich dann also meine Rückreise plante, bekam ich auf der Website des Airport eine App empfohlen. Hierbei erhielt ich neben meinen Fluginformationen wie Check-in, Boarding und Abflugzeit, Empfehlungen zur Routenplanung zum Airport, die ich dankend befolgte.


Ich fuhr mit der MAX Red Line über den Willamette River und genoss den letzten Ausblick über die Waterfront und die Silhouette Portlands. Fast hätte ich dabei meinen Flug vergessen, als mich mein Smartphone freundlich erinnerte. Ich hatte noch 2,5h Zeit und das Boarding startete in 1h. Den Check-In hatte ich bereits über die App der Airline absolviert und konnte mir somit auch einen Fensterplatz sichern. Mit dem Self-Service Bag Drop Automaten gab ich meine Koffer auf. Das ging schnell und ich musste nicht lange warten. Danach nahm ich meinen Weg Richtung Security Check. Der Security Check… eigentlich etwas Unangenehmes auf der Weg zum Abfluggate.


Mein Smartphone vibrierte als ich in der Schlange stand. „Welcome at the Portland International Airport Normen Giesecke“ wurde auf meinem Display angezeigt und gleich danach „Want to check out now features at PDX Airport? Try our free Wifi“. Ich realisierte, dass ich Bluetooth aktiviert hatte und es sich um eine Benachrichtigung durch die Airport App handelte. Ich loggte mich in das angebotene WLAN ein, akzeptierte die Bedingungen und erhielt eine Übersicht der Filialen, Parkmöglichkeiten, eine Indoor Navigation und weitere Services im Flughafen.
Nach der Eingabe meiner Buchungsnummer und meines Nachnamens begrüßte mich die mobile Website persönlich. Ein Button „Wanna play?“ erhaschte meine Aufmerksamkeit. Nach dem Klick bekam ich einige Fragen nach meinen Vorlieben gestellt und ich erhielt sofort Vorschläge von Filialen hinter dem Security Check, die passende Angebote für mich hatten.


Airport_App


That‘s almost unreal
Als ich vertieft durch die Angebote blätterte, hörte ich eine Stimme. „That‘s almost unreal“ dachte ich. Nochmal „Hey Mr.“. Ich schaute nach oben und stand vor dem Laufband des Security Checks und sollte nun endlich mein Handgepäck auf das Band legen. Gesagt, getan und so fand ich mich kurz danach im Inneren des Flughafens wieder. Erneut erhielt ich eine Nachricht auf mein Smartphone mit dem Hinweis auf eine Indoor Navigation innerhalb der Airport App. Nach meinen Vorlieben wurden mir Filialen und ein Café empfohlen. Ich hatte noch genügend Zeit und schaute mir die Vorschläge genauer an. Spontan gefiel mir ein Hemd mit Stehkragen und an der Kasse angekommen, wurde ich nach einer Kundenkarte gefragt. Da ich keine besaß, erkundigte sich die Verkäuferin, ob ich die Airport App installiert habe. Ich bejahte und öffnete die App in der ich eine digitale Kundenkarte nach der Eingabe meines Buchungscodes und Nachnamen erstellen konnte. Die Verkäuferin schrieb mir Punkte für den Einkauf gut. Ich entgegnete, dass ich erst in 1-2 Jahren zurückkomme und die Punkte nicht in 1-2 Wochen nutzen könnte. „You can already use them today“ antwortete sie. Alle Filialen oder Cafés auf dem Airport nutzen eine gemeinsame Plattform und unterstützen die gesammelten Punkte kurz nach einem Einkauf. „1000 Punkte“ stand in der App und „Earn 500 points more to get a free Latte Macchiato“. Ich schlenderte in den nächsten Store und der Gedanke an einen guten Kaffee ließ mich nicht los. Nach einem weiteren Kauf hatte ich nun 1500 Punkte für einen Kaffee zusammen, den ich in der Nähe vom Gate genoss. Kurz vor dem Erreichen des Gates erhielt ich eine weitere Nachricht „Want to get your personal travel book?“. Ich überlegte kurz und dachte, warum nicht mein Tablet nutzen. Free Wifi erhielt ich auch hier und die App des Airport gab es auch in einer Tablet Version. Der Hinweis auf das „Travel Book“ erschien erneut und ich klickte auf „Yes!“.


Während ich am Gate saß, wurde ein Katalog mit Produkten und Videos sowie ein eBook in die App heruntergeladen. Ich war verblüfft, denn zum einen sah ich Produkte der Filialen in Portland International Airport und danach Filialen des Frankfurter Flughafens in Deutschland. Beide Flughäfen boten mir die Möglichkeit zum Online-Shopping. Die Artikel konnte ich an das Gate liefern lassen, in einer Filiale abholen oder neben dem Baggage Claim (Gepäckausgabe) entgegen nehmen. Es folgte der Aufruf zum Boarding und ich ging in das Flugzeug und saß am Fenster. Es war bereits Nachmittag als der Flieger startete. Als wir die Flughöhe erreichten nahm ich mein Tablet wieder zur Hand. Die Airport App war noch geöffnet und ich erwartete, dass ich gleich die Nachricht „Keine Internetverbindung verfügbar“ sehe. Doch die Airport App funktioniert nun im Offline Modus. Alle Inhalte waren noch vorhanden. Die Produkte auf dem Frankfurter Flughafen konnte man nun reservieren. Cleverer Schachzug. Nach dem Essen, lass ich das eBook und schlief irgendwann ein. „Bitte stellen Sie Ihre Sitzlehnen senkrecht und klappen Sie die Tische vor sich nach unten“. Wir waren im Landeanflug. Auf meinem Tablet stand die Nachricht, dass der Anflug vom Frankfurter Flughafen ansteht. Stimmt, ich hatte meine Buchungsnummer angegeben und die App kannte damit auch die Flugzeiten. Am Ankunftsgate angekommen erhielt ich ein „Herzlich Willkommen in Frankfurt“ auf meinem Smartphone und ging zur Gepäckausgabe. Anscheinend hatten auch andere Reisende die App genutzt und mit deren Hilfe im Frankfurt Airport im Duty Free Laden eingekauft. Den Einkauf konnten sie nun direkt am Gepäckband entgegennehmen.


Die Rückreise fühlte sich deutlich kürzer an als erwartet. Als ich aus dem Flughafen schlenderte und auf mein Taxi wartete, schrieb ich auf Facebook meinen Freunden, dass ich gut angekommen bin und „Check out the Portland Airport App.“

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