Das Sterben des klassischen Buchhandels

Für Betreiber des klassischen Buchhandels wird es ernst. Erste Anzeichen sieht man auf der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt. Dort werden die Leute mit kostenlosen Eintrittskarten und Snacks angelockt. Versandbuchhändler wie Amazon, das einen Umsatzanteil von 18% aufzeigen kann (entspricht 1,7 von 9,6 Milliarden Euro in Deutschland), bedroht immens die Existenzen der Händler des klassischen Wegs, auch wenn dieser mit 4,8 Milliarden (noch) der wichtigste Vertriebsweg ist.

Ob der 1852 gegründete Händler Lindemanns in Stuttgart, Hugendubel in Berlin oder Thalia in Bonn. Überall schließen die Buchgeschäfte, egal ob diejenigen eine lange Tradition haben oder nicht. Immerhin versucht Thalia den Untergang mit einer engen Bindung des Offline- an das Onlinegeschäfts den Untergang und der Schließung einiger Filialen zu stoppen.

Es ist nicht unbedingt Amazon, das Schuld an dieser Misere ist, denn meistens sind es Probleme, die sich die klassischen Buchhändler selbst geschaffen haben. Riesige Filialen mit Spielsachen, Plüschtieren, Schreibwaren und DVDs machen die stationären Läden zu einem unübersichtlichen und vollgestopften Dschungel. Deshalb rennen die Kunden lieber zu Online-Händlern wie Amazon, das 2011 den Umsatz um 41% auf 48 Milliarden Dollar hochschrauben konnte. Elf bis 15 Prozent davon werden alleine in Deutschland verdient.

Quelle: PwC – Entwicklung der Marktanteile von E-Books in Deutschland

Auch auf der Buchmesse, die derzeit mit immer weniger Ansturm (zu Hochzeiten mehr als 300.000; 2011 nur noch 280.000 Besucher) rechnen muss, ist Amazon nun zu finden. Aber nicht nur als Händler, sondern auch als Verleger und Lesegeräthersteller. Mit dem „Kindle“ will Amazon den Durchbruch für das elektronische Buch ebnen, beherrscht das System dabei perfekt. Und auch dieses Medium wird dabei helfen, den klassischen Buchhandel in die Knie zu zwingen. Zwar ist der derzeitige Marktanteil nur bei 2%, jedoch zeigen die Wachstumsraten deutlich, dass das E-Book ein ernstzunehmender Gegner für die klassischen Händler darstellt. Bleibt also abzuwarten  wie diese gegen den Online-Trend vorgehen und das Aussterben aufhalten wollen, wenn dies überhaupt noch möglich ist.

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