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Smarthome – die dritte Welle der Digitalisierung?

5.12.2017 | Kommentare
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Der digitale Wandel erhält derzeit immer mehr Einzug in die privaten Haushalte. Was mit dem Computer begann, entwickelte sich über das Mobiltelefon bis hin zur ferngesteuerten Heizung, die von überall aus mithilfe einer App über Smartphone oder Tablet individuell reguliert werden kann.

Die ersten beiden Phasen der Digitalisierung haben zum einen das Internet und zum andern die mobile Vernetzung hervorgebracht. Diese beiden Wendepunkte führen in die nächste Phase, in der wir uns bereits befinden: Die Erweiterung der Digitalisierung unter dem Schlagwort Internet der Dinge. Dabei bildet, kurz gesagt, die Vernetzung von allem mit allem den Mittelpunkt. All die Dinge, die bisher auf eine manuelle Steuerung angewiesen waren, sollen eine Art Eigenleben bekommen, sich untereinander vernetzen und digital durch den Menschen gesteuert werden können.

Der Begriff Smarthome steht in diesem Zusammenhang für die Verknüpfung, die technische Elemente des Haushalts mit mobilen Geräten vernetzt und unsere Häuser intelligent machen will. Dabei kann es sich neben der Energieversorgung auch um Sicherheitssysteme, Haushaltsgeräte oder Unterhaltungselektronik handeln, die bequem vom Smartphone aus, ganz nach den individuellen Bedürfnissen der Benutzer, gesteuert werden können. Doch hat dieser Trend tatsächlich das Potential zur dritten Welle der Digitalisierung?

Dritte Welle der Digitalisierung?

Bei Smarthome-Applikationen werden Geräte in ihrem Wesen verändert. Intelligente Komponenten, wie Sensoren oder Datenspeicher, ergänzen physische Komponenten von Produkten und werden durch Vernetzungselemente, meist kabellos, miteinander verbunden. Produkte werden effizienter, wirksamer, sicherer und zuverlässiger. Durch eine individuelle Regulierung, die mithilfe der Smarthome-Geräte ermöglicht wird, lassen sich außerdem knappe Ressourcen wie Energie, Wasser und Rohstoffe sparsamer einsetzen. Digitalisierung kann unseren Alltag komfortabler und zugleich umweltschonender gestalten – nicht nur ein Trend, sondern eine neue Einstellung, die sich in den kommenden Jahren noch verstärken wird.

David Rose, Unternehmer und Forscher am Medialab des Massachusetts Institute of Technology spricht von Enchanted Objects – gewöhnliche Gegenstände werden dabei außergewöhnlich gemacht, z.B. ein Regenschirm wird digital vernetzt und gibt seinem Benutzer Auskunft über die Wetterprognose. Die globale Service Design-Beratung Fjord geht einen Schritt weiter und bezeichnet die dritte Welle als Ära der Living Services. Die Digitalisierung von allem bezieht sich dabei auf die Vernetzungen von Umwelten, die sich miteinander verbinden und aufeinander reagieren. Diese sind um die Bedürfnisse der Individuen gebaut, sollen alle Bereiche des Lebens umrahmen und basieren auf unseren Daten, die durch die vernetzen Geräte aufgenommen und weitergeleitet werden.

Anhand dieser stetigen Weiterentwicklungen lässt sich die Innovation des Smarthomes nicht als eigenständige, dritte, Ära der Digitalisierung bezeichnen, sondern kann im Konzept Internet der Dinge verortet und als Teil einer vernetzten Umwelt betrachtet werden.

Welche Entwicklungen schafft das Smarthome?

Insbesondere die Entwicklungen im Energiebereich könnten weniger technische Spielereien als praxistaugliche Alltagshelfer werden. So entfällt beispielsweise die Frage vieler Menschen, ob die Heizung beim Verlassen des Hauses abgedreht wurde, denn über das Smartphone kann schnell nachgeschaut und gegebenenfalls reguliert werden. Auch die Beleuchtung lässt sich bereits über Apps bequem von der Couch aus steuern, wenn z.B. das Licht im Haus am Abend gedimmt werden soll.

Für die Vernetzung der Geräte müssen diese natürlich die entsprechende Funktion aufweisen und es wird ein Internetzugang benötigt, worüber sich die intelligenten Sensoren der einzelnen Elemente des Smarthomes kabellos verbinden lassen. Immer mehr Anbieter schließen sich dem Trend der multimedialen Verknüpfung an. Die Zukunftsvision ist es, die einzelnen Komponenten möglichst nur noch über ein Gerät zu bedienen.

Doch nicht nur über Apps lassen sich Komponenten des Smarthomes steuern – Sprachassistenten bieten eine weitere Möglichkeit, die vernetzten Elemente zu bedienen. Der amerikanische Online-Versandhandel Amazon hat mit dem Alexa ein bekanntes Sprachsystem erstellt, welches über einen Echo-Lautsprecher mit dem Heim vernetzt wird. Die Regulierung von Lampen und Heizungsthermostaten sowie das Abspielen von Musik und Filmen oder Essensbestellungen sind Möglichkeiten, die durch das einfache Ansprechen von Alexa den Alltag des Nutzers erleichtert. Auch die Telekom will 2018 eine Sprachassistenz unter dem Namen Magenta herausbringen – dieser soll, beispielsweise, mit dem eigenen Fernsehprogramm EntertainTV vernetzt sein und speichert, im Gegensatz zur Konkurrenz, die Daten der Nutzer nur innerhalb Deutschlands. Das Thema Datenschutz ist ein Aspekt, der noch einer größeren Aufmerksamkeit auf der Seite der Hersteller bedarf, damit die Privatsphäre des Nutzers optimal geschützt ist.

Studie Smart Home Monitor 2017


Erleichtert das Smarthome unser Leben?

Die Möglichkeiten der Nutzung und Gestaltung des Smarthomes sind vielfältig und erleben derzeit eine stetige Weiterentwicklung. Um einheitliche Bedienungsstrukturen anzubieten und die zahlreichen Einzelfunktionen zu einer Gesamtlösung zu vereinen, haben sich bekannte Hersteller und Verbände zum zu einem Partnernetzwerk zusammengeschlossen. Connected Living heißt diese Verbindung, die stetig an der Verbesserung des Systems arbeitet, das den Nutzern in Zukunft die Bedienung der Komponenten des Smarthomes noch mehr erleichtern soll.

Während von Jahr zu Jahr die Anzahl der Nutzer steigt und ein großes Interesse an der digitalen Vernetzung des Heims besteht, verändert sich auch der Alltag. Wir passen uns an die Digitalisierung an, genauso wie sie sich an unsere Bedürfnisse anpasst. Umso einfacher eine digitale Vernetzung des privaten Lebens ist, z.B. im Bereich der sozialen Kontakte, desto mehr kann uns diese technische Verknüpfung weiterer Umwelten unseren Alltag erleichtern.

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