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Gefahr für Amazon aus Fernost? Rakuten greift an

23.05.2012 | Kommentare
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rakuten

Das ist doch mal  eine Ansage aus Japan: Wir wollen in Deutschland mit Tradoria (inzwischen Rakuten Deutschland) binnen fünf Jahren Amazon überholen, sagt Rakuten-Chef Hiroshi Mikitani. Was steckt dahinter?

Rakuten (ausgesprochen: Ragdenn)  wurde im Jahr 1997 gegründet und betreibt seither den Online-Markplatz “Rakuten Ichiba“, der auch heute noch das Kerngeschäft des Unternehmens, und in Japan mit über 36.000 Händlern und 85 Millionen Artikeln die Nummer eins darstellt. Darüber hinaus betreibt Rakuten weitere Dienste in den Bereichen Travel, Finance & Payment und Security. Mit über 10.000 Mitarbeitern und einem Börsenwert von über 14 Milliarden US-Dollar ist Rakuten damit eines der Top Ten Internetunternehmen weltweit, auf einer Stufe mit Google, Facebook oder auch Amazon. Im Heimatland Japan ist der Rakuten-Marktplatz etwa viermal so groß wie Amazon.co.jp.

Die aktuelle deutsche Website

Das Geschäftskonzept

Der Händler ist der erklärte Mittelpunkt im Geschäftsmodell von Rakuten. Das Credo der Firma lautet “Ist der Händler glücklich und erfolgreich, ist es Rakuten auch”. Das große Sortiment ist in erster Linie auf die Tatsache zurückzuführen, dass man bei Rakuten vor allem viele kleine Händler aktiv unterstützt  oder in vielen Fällen erst ermutigt, auch Dinge zu verkaufen, die auf den ersten Blick nicht für den Verkauf über das Internet geeignet sind wie z.B. Lebensmittel.

Rakuten sieht sich als Dienstleister. Händler können ihren Shop individuell gestalten und es werden keine Layouts vorgegeben. Im westenlichen bietet Rakuten das Shopping-Portal, die Shopsoftware und einen einheitlichen Checkout mit vielen Dienstleistungen drum herum. Diesen händlerfreundlichen Ansatz sieht man auch bei Rakuten selber als den wichtigsten strategischen Vorteil im Wettbewerb mit Amazon.

So hat Rakuten in Japan neben dem Marktplatzgeschäft bereits ein eigenes Ecosystem an Dienstleistungen um den eigentlichen Kauf für seine Kunden aufgebaut, das von Suchangeboten über Reisen bis zu Bank-Dienstleistungen geht. Ein bereichsübergreifendes Bonus-System hilft bei der Bindung von Kunden.

rakuten ecosystem

Das rakuten Ecosystem

Rakuten seigt auch bei Pinterest ein

Das Soziale Bildernetzwerk Pinterest scheint immer relevanter für den E-Commerce zu werden. In erster Linie geht es wohl darum Traffic auf die Plattform zu bekommen bzw. für die Händler zu generieren. Auch gilt es an  Transaktionen und Affiliate-Links beteiligt zu sein, die via Pinterest ausgelöst werden. Es geht auch darum, Knowhow anzusammeln, wie man mittels Bilderwelten noch besser und mehr verkaufen kann. Der wichtigste Gewinn könnten aber auch die Daten über Interessen, Wünsche und Träume möglicher Kunden sein .

“Wir glauben, dass E-Commerce ein lebendiger Prozess ist, bei dem Händler und Konsumenten kommunizieren, entdecken und kuratieren können, um das Einkaufserlebnis unterhaltsamer zu gestalten”, erklärt Rakuten-CEO Hiroshi Mikitani zum Einstieg bei Pinterest.

Pinterest-Nutzer sollen zudem kauffreudiger sein als Facebook-Fans. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Online-Boutique Boticca. Der durchschnittliche Warenkorb lag bei Pinterest bei 180 Dollar, bei Facebook bei 85 Dollar.

Blick in die Zukunft

Rakuten hat viel vor: Neben dem erklärten Ziel, die Umsätze im Mobile Commerce zu verneunfachen will man weiter international Unternehmen zukaufen. Die Rakuten Universität soll ab Sommer 2012 u.a. Themen wie Shoperöffnung, Neukundengewinnung, Marketing, Ressourcenplanung, Unternehmensführung, Management und Sortimentsgestaltung. Viele Inhalte werden für Händler aller Voraussicht nach kostenfrei bleiben.Es wird spannend in den nächsten Monaten wie die neue Plattform bei deutschen Händlern und vor allem den hiesigen Kunden ankommt.


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