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Digital Transformation 2016 (Teil 2) – Mythen, Missverständnisse und Meilensteine

24.02.2016 | Kommentare
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myth versus reality

Die Digital Excellence ist noch ein gutes Stück entfernt – sowohl bei vielen Unternehmen als auch thematisch in dieser Miniserie. Die Herausforderungen sind erkannt, das Reifegradmodell als erstes Hilfsinstrument vorgestellt. Nun gilt es mit Mythen und Missverständnissen aufzuräumen und dabei wichtige Fragen um die digitale Transformation zu diskutieren. Vom verteufelten Silo-Denken bis hin zur Streitfrage über die Notwendigkeit externer Partner liefert dieser Beitrag Antworten.


Mythos I: Mit Silodenken ist Digital Excellence unerreichbar!

Zunächst einmal: Silodenken ist nahezu niemals ein freiwilliges Phänomen. Kein Unternehmen der Welt setzt sich als Ziel „Subunternehmen“, in Form einzelner Abteilungen, zu etablieren. Denn es verursacht Kosten: wegen geringerer Effizienz, nicht genutzter Potentiale und im schlimmsten Falle wegen völliger Blockade des digitalen Wandels.

Unbekannt ist das Problem des Silo-Denkens nicht: 72 % bezeichneten es als häufigste Blockade im digitalen Wandel (Studie von Hays 2015). Wird es demnach toleriert?

Fakt ist – im Topmanagement ist das Thema digitaler Wandel mittlerweile zu einem Großteil angekommen. Die Konsequenzen, die der digitale Wandel mit sich bringt, allerdings weniger. Ganzheitliche Kundenerlebnisse, die Notwendigkeit agilerer Prozessstrukturen, schnelle Anpassungen aufgrund dynamischer Märkte – all das steht im krassen Gegensatz zum Silodenken.

Fazit: Silodenken und digitale Transformation passen nicht zusammen. Sollte die Umsetzung des digitalen Wandels wegen Budgetengpässen nicht ganzheitlich möglich sein – mag eine Umsetzung in Silos noch nachvollziehbar sein. Digital Excellence, wie sie mit dem Reifegradmodell bescheinigt werden kann, ist mit Silodenken aber unmöglich. Daher: Mythos bestätigt


Mythos II: Das E-Commerce bildet zwangsweise den Ausgangspunkt für den digitalen Wandel.


Jeder vierte Euro wird aktuell online umgesetzt – Tendenz steigend. Das Zugpferd der Digitalisierung ist zweifelsfrei das E-Commerce. Auch die deutschen Unternehmen haben diesen Trend längst entdeckt.


Doch ist das E-Commerce damit auch die ideale Plattform für den digitalen Wandel im Unternehmen? Per se ist diese Frage schwer zu beantworten – allein schon wegen der Branchenunterschiede. Doch selbst im B2B-Bereich werden E-Commerce-Plattformen immer attraktiver. Die Gründe für das E-Commerce als Ausgangspunkt sind schnell aufgezählt:

  • Erfolg ist schnell finanziell sichtbar und messbar
  • Quickwins sorgen für zusätzlichen Antrieb & Akzeptanz des digitalen Wandels
  • Durch das E-Commerce wird entlang der gesamten Wertschöpfungskette der digitale Wandel durchgeführt und damit in das gesamte Unternehmen getragen

  • Fazit: Natürlich MUSS das E-Commerce nicht zwangsläufig der Ausgangspunkt sein. Den digitalen Wandel zunächst unternehmensintern zu betreiben schadet nicht – führt aber selten zu schnell sichtbaren Erfolgen. Diese sind aber ungemein wichtig für die Akzeptanz des Wandels.


    Mythos III: Die digitale Transformation wird stets von den IT-Abteilungen angetrieben.<br>


    Zweifellos ist die technologische Komponente mitentscheidend beim digitalen Wandel. Das bedeutet jedoch nicht, dass die IT-Abteilung das Thema stets vorantreibt, geschweige denn der ideale Treiber ist.


    Studien belegten mehrfach, dass neben der IT auch der Marketingbereich und das Topmanagement häufige Treiber sind. Besonders das Engagement des Topmanagements gilt heute als bedeutender Faktor für den Erfolg der digitalen Transformation. Wird das Transformationsprojekt von einzelnen Abteilungen durchgeführt, besteht stets die Gefahr von Eigeninteressen (Silodenken).


    Letztlich gilt es bei der digitalen Transformation das Unternehmen nicht nur technisch auf neue Wege zu führen, sondern auch das Mindset der Mitarbeiter passend zum digitalen Zeitalter zu wandeln. Das kann eine einzelne Abteilung oft nur bedingt.


    Fazit: Mythos widerlegt – das Topmanagement sollte der entscheidende Treiber und Anführer sein.


    Mythos IV: Mit Digitalisierung kommt Diversifizierung!


    Beispiele gibt es genügend – vom altbekannten intelligenten Kühlschrank, über Dash-Buttons und intelligente Textilien. Betrachtet man noch einmal das Reifegradmodell fällt dabei auf, dass in der höchsten Stufe auch neue Business Models entwickelt werden.


    Und das macht auch Sinn: in der dynamischen Konkurrenzsituation des digitalen Zeitalters ist Innovation ein Erfolgsgarant. Wer neue Geschäftswege als First-Mover erschließt, kann sich einen wichtigen Wettbewerbsvorteil sichern. Diversifizierung ist und bleibt jedoch riskant. Die Mehrheit neuer, innovativer Geschäftsmodelle scheitert in der Praxis. Die Entscheidung für oder gegen ein neues Geschäftsmodell sollte daher gut abgewogen werden.


    Fazit: Diversifizierung ist kein MUSS, ist aber für viele (weniger risikoaverse) Unternehmen hochattraktiv.


    Mythos V: Es geht auch ohne externe Partner


    Warum Geld für externe Berater ausgeben, wenn im Unternehmen reichlich Expertise vorhanden ist? In gewissen Punkten (z.B. Beratungskosten) scheint der Verzicht von externen Partnern zunächst auch sinnvoll – aber Digital Excellence ohne einen verlässlichen und kompetenten Partner ist ungemein schwer.


    Zu komplex, zu groß ist die digitale Transformation auf verschiedenen Ebenen. Zu nah sind eigene Mitarbeiter dran, um ein objektives Bild über den Markt, Stärken und Schwächen, sowie versteckte Potentiale zu erlangen. Letztlich fehlt es auch schlicht an Erfahrung bei der digitalen Transformation. Digitale Beratungshäuser kennen die Probleme, die beim digitalen Wandel auftreten können. Sie arbeiten daher mit erprobten Tools und Methoden, die sich schon bei vielen Projekten erfolgreich bewiesen haben.


    Fazit: Ohne kompetente Partner ist die digitale Transformation ein Mammutprojekt – bei dem man schnell das eingesparte Geld teuer bezahlt.

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